in gunthas kopf

singer-songwriter I

wenn ich eine radiosendung hätte, dann würde ich unbedingt die beiden in der playlist aufgeführten musiker vorstellen wollen! elliott smith und aimee mann haben es mir besonders angetan - und das bezieht sich nicht nur auf meinen musikgeschmack: es gibt einfach künstler, die es wirklich schaffen, das denken und fühlen von anderen zu beeinflussen und auf diese weise viel mehr bewirken können, als lediglich zu unterhalten.




zu elliott smith: wie schon gesagt, hat mich kaum ein musiker so sehr beeinflusst, wie elliott smith. nachdem einige seiner frühen songs im film "good will hunting" verwendung fande, wusste man mit seinem namen nicht mehr nur in den staaten was anzufangen - auch ich habe ihn erst durch diesen film kennen gelernt, dafür aber alles aufgesogen, was ich von ihm bekommen konnte. fasst alle seiner songs kann man als ausnahmslos perfekt bezeichnen. noch nie habe ich musik gehört, die so gut komponiert ist, so viele stile miteinander verbindet und trotzdem was ganz eigenes hat: man braucht nur die ersten sekunden eines seiner über 300 liedern zu hören, um zu wissen, wer dahinter steckt.
dennoch kommt man als elliott-smith-abhängiger zwangläufig an eine grenze, denn obwohl es - den gerüchten nach - zahlreiche unveröffentlichte stücke gibt, hat sein tod im jahr 2003 einen schlussstrich gezogen, welcher durch posthum-veröffentlichungen leider nur begrenzt verschoben werden kann. was bleibt, ist die hoffnung, dass noch viel mehr menschen seine musik kennen lernen und zu dem schluss kommen werden, dass es sich bei elliott smith um den besten und vorallem ehrlichsten songwriter des 20. jahrhunderts gehandelt hat.

links:

wer sich für smiths leben und musikalische entwicklung interessiert, wird hier gut informiert!

lange zeit kursierte dieser wundervolle song nur im internet, bis er schließlich auf dem letzten posthum-album veröffentlicht wurde. hier zeigt sich eigentlich ganz gut, wie smith es immer wieder geschafft hat, traurigkeit und hoffnung miteinander zu verbinden.

einer - meiner meinung nach - seiner besten songs aus der frühen zeit, in dem er etwas rockiger auftritt und dessen text sehr gut zeigt, wie smith beim musik machen in einen dialog mit sich selbst eingetreten ist.

eines seiner schönsten lieder aus seiner zeit beim major lable dreamworks, in welcher er sein ganzes können als komponist unter beweis stellen konnte. allerdings: nicht gut bei liebeskummer (was man allerdings auch genau umgekehrt sehen kann).

song aus seiner frühen zeit: gitarre, stimme, that's it.

zu guter letzt ein live-cover, aus zwei gründen: zum einen zeigt diese aufnahme seine fröhliche seite, die es durchaus auch gab, zum anderen ist sie bezeichnend für seine liebe zur country-musik, die er bei seinen auftritten immer wieder hat aufblitzen lassen.




zu aimee mann: auch ihre musik wurde in deutschland erst durch einen film bekannt: autor und regisseur paul thomas anderson meinte später über die entstehung seines in berlin mit dem goldenen bären ausgezeichneten films "magnolia", dass es hauptsächlich aimee manns texte waren, die ihm als grundlage für sein drehbuch gedient haben. ohne ihre musik wäre der film nicht das, was er ist!
aimee mann ist nicht, ja, man kann es ruhig so sagen, nicht so depressiv wie elliott smith. obwohl auch ihre texte sehr tief gehen und in ihrer offenheit teilweise mit smith verglichen werden können, ist ihre musik nicht so dunkel. man merkt ihr an, dass sie sich nicht ganz in der musik verliert und sich den unterschied zwischen der welt auf der bühne und der welt außerhalb (mit ihrem ehemann michael penn, auch musiker - und bruder von sean penn) bewahren will. so ist aimee mann ein guter ausgleich, wenn man sich von smiths musik zu weit herunterziehen lässt.

links:

dieses stück kam in magnolia in der szene zum einsatz, in welcher der polizist jim kurring auf die drogenabhängige claudia trifft - und sich in sie verliebt.

auch dieses lied wurde in "magnolia" verwendet, allerdings nur als hintergrundmusik zu einer szene, in der quiz kid donnie smith von seinem arbeitgeber entlassen wird.

song aus der nach-magnolia-phase, hier eine live-mitschnitt

wieder ein magnolia-song, extra für den film geschrieben und in einer der stärksten szenen ganz direkt eingebaut: die zahlreichen hauptcharaktere singen, fast schon wie in einem musical, mit - auch tom cruise!

live-aufnahme eines von coldplay gecoverten songs

15.11.07 12:27


was bedeutet "würde"

hier gibt es meine hausarbeit zum thema "würde" aus dem interpretationskurs des letzten wintersemesters zu lesen. im rahmen dieses seminars haben wir uns zwar hauptsächlich mit dem würdebegriff des renaissance-philosophen pico della mirandola beschäftigt (und auch ich bin ein wenig auf ihn eingegangen), aber mein hauptanliegen mit dieser arbeit war es, den begriff der würde so zu analysieren, wie wir ihn heutzutage gebrauchen: wer oder was kann eine würde haben? was für eine bedeutung haben handlungen im zusammenhang mit dem begriff? und was ist mit "menschenwürde" gemeint. auf diese fragen könnt ihr unter folgendem link antworten finden, die vielleicht ein guter ausgangspunkt sind, um sich weiter mit dem thema zu beschäftigen:

http://www.guntha.de/wuerde.pdf

24.8.07 17:08


mit wittgenstein und grice auf bedeutungsjagd

in dieser hausarbeit im rahmen des seminars zur sprachphilosophie habe ich mich mit den bedeutungstheorien von grice und wittgenstein beschäftigt und versucht, unterschiede und gemeinsamkeiten herauszuarbeiten:

http://www.guntha.de/bedeutung.pdf

7.4.07 11:18


world press photos 2007

hier auf meiner seite sind ja schon die gewinner der world press photo 2006 zu sehen, nun gibt es auch die 2007er-edition unter folgendem link:

world press photo 2007

in berlin wird die dazugehörige ausstellung vom 1. bis zum 24. juni im willy-brandt-haus sein. wer sich noch ein wenig mehr für die hintergründe zum siegerfoto, welches während des libanonkrieges entstand, interessiert, der kann sich ja zusätzlich noch den folgenden spiegelartikel durchlesen, in dem die vermeintliche und die wirkliche entstehungsgeschichte dargestellt werden. da kann man mal sehen, wie manipulativ fotos wirken können, auch wenn es hier wahrscheinlich nicht absicht war:

spiegel artikel: "das hier ist der libanon, wir laufen hier immer so herum"

19.3.07 22:50


die große herausforderung der moralphilosophie: der amoralist. überlegungen zur diskursethik

unter folgendem link gibt es meine hausarbeit aus dem schreibkurs zum thema diskursethik zu lesen, in der ich mich vor allem mit der frage nach der letztbegründung von moral beschäftigt habe und dabei auch an meine gedanken aus der letzten hausarbeit zum thema "eigeninteresse" angeknüft habe:

http://www.guntha.de/diskursethik.pdf

11.3.07 22:34


10.3.07 18:48


world press photos 2006

im september wurden die gewinner 2006 in den potsdamer platz arkaden ausgestellt. das war eine ziemlich interessante angelegenheit, nicht nur der bilder wegen, sondern auch aufgrund der art und weise, wie sich die leute - mit eis in der linken und h&m-tüte in der rechten hand - die bilder angeschaut haben: sehr bedächtigt und nachdenklich - trotz der atmosphäre eines konsumtempels.

nun habe ich die fotos auf der offiziellen website entdeckt und will den link hier posten... vielleicht interessiert's ja den einen oder anderen:

world press photos 2006

26.12.06 20:05


vom verstehen und zuhören

 


 

nachdem ich schon "amores perros" und "21 grams" des mexikanischen regisseurs alejandro gonzález iñárritu gesehen habe, war gestern sein neuer film "babel" an der reihe, auf dessen veröffentlichung ich schon seit einem monat gewartet habe. nach zweieinhalb stunden kino stand ich dann völlig euphorisiert im sonycenter und hab versucht meine gedanken zu ordnen, was bis jetzt noch nicht ganz abgeschlossen ist. aber ich will es trotzdem versuchen:

1. dieser film war ein erlebnis von der art, wie ich es selten bei einem kinobesuch erlebts habe. alle zwei jahre passiert sowas mal, dass ein film in die kinos kommt, den sich meiner meinung nach jeder anschauen sollte, wenn er wissen will, wie die welt und die menschen in ihr ticken. und den durst nach diesem wissen sollte jeder habe, sonst läuft irgendwas schief. bei "magnolia" hatte ich das gleiche gefühl, doch das war's dann auch schon. es gibt einfach zu selten filme, mit denen versucht wird, einen großen zusammenhang darzustellen und antworten auf große fragen zu geben.

2. wie auch "magnolia" antwortet "babel" mit konkreten situationen, in denen menschen sich befinden, auf diese großen fragen, auf die auch eine sabine christiansen vielleicht eine antwort in ihrer sendung sucht und doch nie findet. es geht eben nicht darum, wie ein bestimmtest politische system funktioniert oder wie sich menschen politisch verhalten, wenn man wissen will, was mit der welt los ist. bevor man diese frage stellen kann, muss man zunächst wissen, wie menschen überhaupt agieren, wie sie sich verhalten, wenn sie nach liebe, freude und sinn suchen, bevor man ihr verhalten in einen politischen kontext setzen kann. in "babel" wird das hervorragend gemacht, es gibt diesen politischen hintergrund und doch merkt man, dass die in diesem hintergrund agierenden leute nichts verstehen!

3. nichts verstehen. das ist es, worauf der titel des films anspielt. in der biblischen erzählung vom turmbau zu babel (genesis 11,1–9 ) bestraft gott die menschen für ihren größenwahn, indem er ihre sprachen verwirrt, so dass sie sich nicht mehr verständigen können. der film hingegen legt den schwerpunkt nicht so sehr auf das verstehen einer sprache, als auf das verstehen von situationen, in denen menschen sich befinden. iñárritu hat in den zahlreichen interviews zu seinem neuen film immer wieder davon geredet, dass wir das zuhören verlernt haben und darauf kommt es ihm in "babel" an. um jemanden wirklich zuhören zu können, bedarf es zeit, vorallem, wenn unterschiedliche kulturen aufeinander treffen. doch schon innerhalb eines gemeinsamen kulturellen raums verstehen sich menschen nur zu selten und oft erst dann, wenn etwas außergewöhnliches passiert, das zum zuhören zwingt: der vater und die tochter in japan, die kinder und ihr vater in marokko und auch das amerikanische ehepaar auf marokko-urlaub (von brad pitt und kate blanchett gespielt) befinden sich zu beginn des films in der situation des missverstehens, obwohl sie ja jeweils die gleiche sprache sprechen. vielleicht sollten sich philosophen, wenn sie von "verstehen" sprechen, nicht so sehr auf die sprache konzentrieren, sondern vielmehr auf (gemeinsame) handlungen und situationen - das jedenfalls legt "babel" nahe, was mir auch äußerst plausibel erscheint.

4. schaut euch den film an! meiner meinung nach ist er es mehr als wert, gesehen zu werden - eigentlich ein muss. aber nachdem ich dann so im sonycenter herumstand und mich drei betrunkene jugendliche angequatscht haben, dachte ich auch: mann, die werden es gar nicht verstehen, wenn ich ihnen erklären will, was für einen tollen film ich gerade gesehen habe. die leben in einer ganz anderen welt, haben schon seit jahren ganz andere gedanken im kopf, die sie beschäftigen und würden mich vielleicht sogar für einen spinner halten. das war schon ein deprimierender moment. nicht genug, dass die westliche und die islamische welt so sehr mit verständigungsproblemen zu kämpfen haben, nein, diese probleme haben alle menschen! sich verständlich machen... das bedarf zeit und geduld zum zuhören. doch sabine christiansen erklärt ja alles schon in einer stunden und vermittelt vielen menschen das gefühl, schon verstanden zu haben, obwohl eigentlich nichts gesagt wurde. ein sehr gefährliches gefühl, auf dem es sich gut ausruhen lässt.

 

trailer zum film:

23.12.06 12:14


"wir haben 30 jahre verloren"

bei google bin ich heute auf ein interview mit einem gewissen dennis l. meadows gestoßen, welches am letzten tag des jahres 2003 in der zeit erschienen ist. meadows ist der leiter des instituts für politik und sozialwissenschaftliche forschung an der university of new hampshire in den usa. anhand einer rechnergestützten simulation ermittelte meadows in seiner studie "die grenzen des wachstums" (1972) das systemverhalten der erde als wirtschaftsraum im zeitraum bis zum jahr 2100. in besagtem interview blickt er, zusammen mit dem etwas nervigen zeit-redakteur, auf seine studie zurück und warnt mit folgendem satz: "ich hoffe immer das beste – und rechne mit dem schlimmsten"

http://zeus.zeit.de/text/2004/02/Meadows_Interview

30.10.06 20:58


vom versäumnis, das eigene interesse als voraussetzung des (moralischen) handelns zu verstehen

hier könnt ihr euch meine hausarbeit aus dem letzten semester, welche ich im bereich der moralphilosophie geschrieben habe, als pdf-datei anschauen und vielleicht auch durchlesen - wenn ihr wollt.

http://www.guntha.de/eigeninteresse.pdf

29.10.06 22:49


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]

Gratis bloggen bei
myblog.de